Susanne Copei
Susanne Copei

Papua Neuguinea - 1996

Auf einer Reise durch Australien gemeinsam mit meinem
Bruder Olaf erfüllte sich für mich ein lange gehegter Traum – ein Trip in den Urwald von Papua Neuguinea. In allen Reisebüros, in denen ich meinen Reisewunsch äußerte, wurde mir dringend davon abgeraten – zu gefährlich!

Durch die Bekanntschaft einer australischen Journalistin, die ihre Kindheit in Papua Neuguinea verbracht hatte und mit einigen Stammesmitgliedern in Verbindung stand, wurde der Traum dann doch noch spannende Realität.

Zusammen mit der Journalistin machten wir uns auf den Weg von Cairns / Australien nach Port Moresby/ Papua Neuguinea.

Von dort ging es, ausgestattet mit dem nötigsten und so viel Proviant, wie man tragen konnte, dann mit einem kleinen Flugzeug weiter nach Tari im Landesinneren. Der Pilot schloss sich samt Pistole im Cockpit ein, was nicht gerade ein beruhigendes Gefühl bei uns auslöste.

In Tari wurden wir von Stammesmitglied Thomas, der nun als Reiseführer fungieren würde und der auch ein wenig
englisch sprach, empfangen.

Mit dem Geländewagen fuhren wir dann mehrere Stunden tief in den Dschungel.

Im Hüttendorf des Clans angekommen, mussten wir nun zu Clanmitgliedern werden, das ist extrem wichtig, denn es gibt hunderte verschiedene Clans in Papua und wenn man sich auf Reisen durchs Land nicht als Mitglied eines Clans zu erkennen geben kann, wäre man sehr gefährdet.

Dann wurden die Gastgeschenke übergeben, darunter ein
Vergrößerungsspiegel, der beim Beschenkten für einen großen Schreck sorgte. Am Abend wurde gemeinsam aus den mitgebrachten Vorräten gekocht. Eine eigene Hütte für die Nacht wurde den uns zugeteilt. Das ist nicht selbstverständlich, denn normalerweise teilen sich alle Männer eines Clans eine Gemeinschaftshütte, die Frauen haben jeweils eine eigene Hütte für sich allein. Jeder Clan hat eine Liebeshütte, die alle Clanmitglieder nutzen können.

Am nächsten Morgen nach einem leichten Frühstück, welches aus Bananen und Nüssen bestand, ging es auf eine 1-wöchige
Querfeldein-Wanderung durch die Highlands. Mehrere Clanbesuche standen an, bei denen wir in Rituale und Stammestänze eingebunden wurden. Besonders unangenehm waren für mich die von mir als „Oh-nein-Brücken“ bezeichneten Baumstammbrüchen
die zum Teil über schwindelerregende Abgründe führten.

 

Wir trafen auf Medizinmänner die Wasser besprechen um
die Potenz zu steigern und auf sogenannte Butchelers, eine Art Mönche, die abseits ihres Clans nur für ihre Haare leben und von ihrem Clan unterstützt werden. Ihre Haare werden als Heiligtum angesehen. Wir
durften an einer Hochzeitszeremonie teilnehmen und lernten, dass der Brautvater sich Schweine und andere wertvolle Dinge aus dem Besitz des Bräutigams aussuchen darf.

Die Begegnungen mit den Einheimischen verliefen stets
friedlich und wir wurden überall freundlich und interessiert aufgenommen.

Die Menschen, die ich abseits der Zivilisation kennenlernen durfte, die beeindruckende Kultur und die wunderschöne Natur werden mir wohl immer in Erinnerung bleiben.

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© Susanne Copei